Dekarbonisierung von KMU: Die 10 wichtigsten Ansatzpunkte für unmittelbaren Erfolg

Dekarbonisierung von KMU: Die 10 wichtigsten Ansatzpunkte für unmittelbaren Erfolg

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Wie können kleine und mittlere Unternehmen (KMU) entkarbonisiert werden?

Angesichts der weltweiten Umstellung auf eine kohlenstoffarme Wirtschaft verpflichten sich Unternehmen aller Größen zu nachhaltigen Geschäftspraktiken. Dabei müssen sich nicht nur Großunternehmen für eine Dekarbonisierung einsetzen. Auch von kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) wird erwartet, dass sie ihren Teil dazu beitragen. Dieser Wandel wird sowohl durch die immer größeren Auswirkungen des Klimawandels als auch durch die strengen Nachhaltigkeitsanforderungen vorangetrieben, die große Unternehmen jetzt an ihre Lieferketten stellen.

Große Unternehmen verlangen von ihren Zulieferern, auch von KMU, die Einhaltung bestimmter Umweltstandards. Dazu gehört auch das Erreichen von Zielen zur Verringerung des Kohlenstoffausstoßes. Für KMU ist die Dekarbonisierung daher nicht nur eine Frage der unternehmerischen Verantwortung, sondern auch eine Frage der Geschäftsstrategie. Sie ist ein Schritt, der ihre Position in der Lieferkette stärken und ihnen neue Märkte erschließen kann.

Plan A unterstützt KMU auf diesem Weg und erläutert in einem Beitrag, wie sie die Dekarbonisierung in KMU in 10 Schritten umsetzen können.

Hauptmerkmale der KMU

KMU in Europa sind in der Regel in Wirtschaftszweigen angesiedelt, die weniger Emissionen verursachen als die von größeren Unternehmen dominierten Schwerindustrien. Dies ist ein Hauptgrund für ihre geringeren Kohlenstoffemissionen. Das bedeutet jedoch nicht, dass sich die KMU auf ihren Lorbeeren ausruhen sollten. Die Erkenntnisse aus Europa weisen darauf hin, dass KMU sehr viel Energie verbrauchen. Das deutet darauf hin, dass es ein großes Potenzial für nachhaltige Verbesserungen gibt.

Die europäischen KMU zeichnen sich vor allem durch strukturelle Unterschiede und unterschiedliche Definitionen aus. Im Vergleich zu ihren britischen Pendants sind die meisten europäischen KMU seltener in Branchen mit hohem Schadstoffausstoß tätig. Aufgrund der unterschiedlichen sektoralen Verteilung ist jedoch davon auszugehen, dass sie im Vergleich zu größeren Unternehmen zwar weniger Schadstoffe ausstoßen, aber immer noch ein erheblicher Spielraum für ökologische Verbesserungen vorhanden ist.

Dekarbonisierungsstrategie für KMU

Dekarbonisierungsstrategie für KMU. Kredit: Plan A
Dekarbonisierungsstrategie für KMUs.
Bild: Plan A

1. Dekarbonisierung als Einnahmequelle verstehen 

Moderne Unternehmen betrachten die Dekarbonisierung nicht mehr nur als Kostenfaktor, sondern nutzen sie als neue Einnahmequelle. Zu diesem Paradigmenwechsel zählen die Umgestaltung von Produkten, um den Verbrauch von Rohstoffen zu minimieren, die Einbeziehung von Kohlenstoff als Produktbestandteil oder die Einführung von Maßnahmen zur Monetarisierung von Abfall. Führende Unternehmen wie Tesla haben sich erfolgreich in den Bereich der Emissionsgutschriften vorgewagt, während Unternehmen wie die Rabobank Pionierarbeit im „Carbon Banking“ leisten. Die Erkenntnis daraus? Die Dekarbonisierung mit ihrem enormen Potenzial kann durchaus der nächste Meilenstein für Unternehmen werden.

2. Eigene Basisemissionen ermitteln

Beginnen Sie damit, Ihre Kohlenstoffemissionen zu verstehen. Um den Weg zur Dekarbonisierung anzutreten, müssen KMUs zunächst ihre aktuellen Kohlenstoffemissionen messen. Diese Ausgangsbasis legt den Grundstein für die Festlegung erreichbarer Reduktionsziele. Im Folgenden finden Sie die Schritte, wichtige Kennzahlen und umsetzbare Ergebnisse im Zusammenhang mit dem Verständnis der Ausgangsemissionen.

Scope 1-Emissionen Direkte Emissionen

Diese Emissionen stammen direkt aus Quellen, die dem Unternehmen gehören oder von ihm gesteuert werden, wie beispielsweise Heizkessel oder Firmenfahrzeuge. Sie sind in der Regel am deutlichsten sichtbar und können von den Unternehmen am besten kontrolliert werden.

Umsetzbare Schritte

  • Analyse des Fuhrparks: Prüfen Sie die Gesamtzahl der Firmenfahrzeuge, die Kraftstoffarten, den durchschnittlichen Kraftstoffverbrauch und die in einem bestimmten Jahr gefahrenen Gesamtkilometer.
  • Brennstoffverbrennung vor Ort: Erfassen Sie die Art und Menge der in Kesseln, Generatoren und anderen Geräten verwendeten Brennstoffe.

Ein KMU mit einer Flotte von 10 benzin- oder dieselbetriebenen Fahrzeugen, die im Durchschnitt 20.000 Meilen (32.186,8 Kilometer) pro Jahr zurücklegen, könnte beispielsweise jährlich etwa 150 Tonnen CO₂ ausstoßen (bei durchschnittlichen Emissionen von 0,0091 Tonnen CO₂ pro Gallone (3,785 Liter) und durchschnittlichem Kraftstoffverbrauch). Im Vergleich dazu könnte ein kleiner Heizkessel, der jährlich 20.000 Wärmeeinheiten Erdgas verbraucht, etwa 110 Tonnen CO₂ ausstoßen.

*Die genauen Werte können je nach den spezifischen Emissionsfaktoren, dem Kraftstoffverbrauch und den Verbrennungswirkungsgraden variieren.

Scope 2-Emissionen Indirekte Emissionen

Diese Emissionen entstehen durch eingekaufte Energie, in der Regel Elektrizität, die für den Betrieb des Unternehmens verwendet wird. Sie werden zwar nicht direkt vom Unternehmen emittiert, sind aber das Ergebnis seiner Energieverbrauchsentscheidungen.

Umsetzbare Schritte:

  • Prüfung des Stromverbrauchs: Überwachen Sie die Stromrechnungen bzw. den Stromverbrauch über einen Zeitraum von 12 Monaten, um eine genaue Einschätzung der Nutzungsmuster und des Gesamtverbrauchs zu erhalten.
  • Anbieter erneuerbarer Energien: Erkundigen Sie sich, ob Ihr Strom aus erneuerbaren oder nicht erneuerbaren Quellen stammt. Einige Anbieter bieten einen Mix mit unterschiedlichem Anteil an erneuerbarer Energie an.

Ein KMU mit einer normalen Büroumgebung und einem jährlichen Stromverbrauch von etwa 50.000 kWh kann beispielsweise etwa 35 Tonnen CO₂ verursachen, wenn der Strom vollständig aus fossilen Brennstoffen stammt (bei einem durchschnittlichen Emissionsfaktor von 0,0007 Tonnen CO₂ pro kWh). Wenn das gleiche KMU 50 % seines Stroms von Anbietern erneuerbarer Energie bezieht, könnten die Emissionen um die Hälfte reduziert werden, was einer jährlichen Einsparung von rund 17,5 Tonnen CO₂ entspricht.*

* Die Berechnungen zeigen, wie die indirekten Emissionen aus dem Stromverbrauch geschätzt werden können. Die genauen Werte können je nach den spezifischen Emissionsfaktoren und dem Energiequellenmix des Stromversorgers variieren. Das Beispiel verdeutlicht, wie wichtig es ist, Strom von Ökostromanbietern zu beziehen, da dies den CO₂-Fußabdruck eines Unternehmens erheblich verringern kann.

Scope 3-Emissionen: Der Löwenanteil der Emissionen

Dazu gehören Emissionen aus dem Lebenszyklus von Produkten, dem Arbeitsweg der Mitarbeiter:innen, Geschäftsreisen, Abfallentsorgung und vieles mehr. Sie geben einen umfassenderen Überblick über die CO₂-Emissionen eines Unternehmens. 

Umsetzbare Schritte: 

  • Lieferant:innen-Audits: Setzen Sie sich mit den wichtigsten Lieferant:innen in Verbindung, um deren CO₂-Fußabdruck zu ermitteln.
  • Umfrage zum Pendelverkehr: Sammeln Sie Daten darüber, wie die Mitarbeiter:innen zur Arbeit kommen, um den CO₂-Fußabdruck des Pendelverkehrs zu ermitteln. 
  • Tracking von Geschäftsreisen: Erfassen Sie alle geschäftsbedingten Reisen mit dem Flugzeug, der Bahn oder auf der Straße. 
  • Abfall-Bewertung: Berechnen und kategorisieren Sie die anfallenden Abfälle und konzentrieren Sie sich dabei auf nicht wiederverwertbare Abfälle. 

Ein KMU, das beispielsweise seine Materialien von einem internationalen Lieferanten bezieht, könnte feststellen, dass der Transport dieser Materialien jährlich 100 Tonnen CO2 verursacht. Wenn die Mitarbeiter:innen überwiegend mit benzin- oder dieselbetriebenen Autos pendeln, könnte dies weitere 50 Tonnen CO₂ pro Jahr verursachen. Geschäftsreisen können je nach Häufigkeit und Verkehrsmittel einen variablen Anteil von beispielsweise 20 Tonnen CO₂ ausmachen. 

Wenn KMU die Emissionen in allen drei Bereichen kennen, können sie eine bessere Strategie für eine umfassende Dekarbonisierung entwickeln. Häufig sind es die weniger offensichtlichen Scope 3-Emissionen, die, wenn sie in Angriff genommen werden, zu erheblichen Nachhaltigkeitsgewinnen führen können. Ganz gleich, ob es sich um eine umweltfreundlichere Einkaufspolitik, die Förderung von Telearbeit oder Initiativen zur Abfallreduzierung handelt, jeder Schritt zur Reduzierung dieser Emissionen bringt das Unternehmen einem nachhaltigen Betriebsmodell näher.

Optimieren Sie die CO₂-Bilanzierung Ihres Unternehmens

3. Reduzierungsziele festlegen 

Nach der Bestimmung der Ausgangswerte ist die Festlegung von Zielen von zentraler Bedeutung. Zu den Bestandteilen eines umfassenden Plans zur Dekarbonisierung zählen: 

  • Emissionsbereiche (Scopes): Beginnen Sie mit Scope 1 und 2, da sie größtenteils vom Unternehmen kontrolliert werden können. Scope 3-Emissionen sind komplizierter und werden in der Regel erst später in der Strategie berücksichtigt.
     
  • Basisjahr: Ein aktueller 12-Monats-Zeitraum mit zuverlässigen Daten zum Vergleich mit künftigen Treibhausgasemissionen. 
  • Zieljahr: Das voraussichtliche Jahr, bis zu dem die Ziele der Emissionsreduktion erreicht werden sollen. 
  • Prozentuale Reduzierung: Die angestrebte prozentuale Verringerung vom Basisjahr bis zum Zieljahr. 

Die Ziele können zudem absolut (Gesamt-Emissionsreduktion) oder intensitätsbasiert (Emissionen pro Produktionseinheit) formuliert werden. KMU sollten ihre Ziele mit denen ihrer großen Unternehmenskunden abstimmen und diese in Nachhaltigkeitsberichten nachvollziehen.

4. Interne Prozesse optimieren

Die Verringerung der CO₂-Emissionen im unmittelbaren Einflussbereich eines KMU ist von entscheidender Bedeutung. Im Folgenden erfahren Sie, wie Sie Ihre internen Abläufe weiterentwickeln und verbessern können, ohne sich auf Elektrofahrzeuge zu verlassen oder frühere Erkenntnisse zu duplizieren:

Energiemanagement vor Ort: 

  • Führen Sie energieeffiziente Verfahren ein: Stellen Sie auf Maschinen und Geräte um, die mit optimaler Effizienz betrieben werden, damit weniger Energie verbraucht und verschwendet wird.
  • Zeitgesteuerte Energiesysteme: Verwenden Sie automatisierte Systeme wie beispielsweise intelligente Sensoren, um sicherzustellen, dass Beleuchtung und Geräte nur zu den erforderlichen Zeiten in Betrieb sind.
  • Regelmäßige Wartung: Regelmäßige Überprüfungen der Geräte können sicherstellen, dass die Maschinen effizient arbeiten, weniger Energie verbrauchen und können das Risiko von Verschleiß verringern, der den Energieverbrauch erhöhen kann.

Mit energieeffizienten Maschinen können Unternehmen bis zu 30% Energie einsparen. Durch die Automatisierung von Energiesystemen, z. B. der Beleuchtung, können weitere 10 % der Energiekosten eingespart werden.

Abfallminimierung und Prozesseffizienz:

  • Durchführung von Prozessaudits: Detaillierte Bewertungen können Ineffizienzen und Bereiche aufzeigen, in denen die Verschwendung minimiert werden kann.
  • Lean Management: Setzen Sie Lean-Management-Verfahren ein, um den Betrieb zu rationalisieren und Abfälle zu reduzieren.
  • Förderung von Recycling und Wiederverwendung: Fördern Sie eine Kultur, in der Materialien in den Betrieben recycelt oder wiederverwendet werden, wo immer dies möglich ist.

Ein KMU, das gründliche Prozessaudits durchführt, kann beispielsweise Abfälle um bis zu 40% reduzieren. So kann durch effektives Recycling bis zur Hälfte des anfallenden Abfalls wiederverwendet werden. Das führt zu einer drastischen Verringerung der Abfallmenge, die auf Mülldeponien landet.

Telearbeit und Digitalisierung:

  • Umstellung auf Cloud-Dienste: Durch die Nutzung von Cloud Computing kann die Abhängigkeit von energieverbrauchenden Servern vor Ort verringert werden.
  • Förderung der virtuellen Interaktion: Führen Sie Online-Meetings durch, um die mit Geschäftsreisen verbundenen Emissionen zu verringern.
  • „Digital-First“ als Strategie: Verlagern Sie papierintensive Aufgaben auf die digitale Ebene und minimieren Sie so die mit dem Papierverbrauch verbundenen Kohlenstoffkosten.

Der Wechsel zu Cloud-Lösungen kann beispielsweise den Energieverbrauch von Servern vor Ort um etwa 70 % reduzieren. Durch den Vorrang virtueller Meetings vor physischen Geschäftsreisen können etwa 20 Geschäftsreisen pro Jahr vermieden werden, was die reisebedingten Emissionen erheblich senkt. Durch die Umsetzung einer „Digital-First“-Strategie können KMU den papierbedingten CO₂-Fußabdruck in Verbindung mit Papier um etwa 50 % reduzieren.

Die Verschlankung interner Prozesse geht über finanzielle Einsparungen hinaus. Es geht darum, einen proaktiven Ansatz für den Aufbau einer umweltbewussten und effizienten Geschäftsgrundlage zu schaffen. Durch ein Umdenken beim Energieverbrauch und bei der Abfallerzeugung sowie durch die Integration digitaler Lösungen können KMU ihren direkten CO₂-Fußabdruck erheblich verringern und den Weg für nachhaltiges Wachstum ebnen.

5. Dekarbonisierung der Lieferkette

Bei der Beschaffung von Komponenten, Rohstoffen oder Dienstleistungen sind KMU häufig auf Zuliefer:innen angewiesen. Die Auswahl umweltbewusster Lieferant:innen kann den indirekten CO₂-Fußabdruck eines KMU erheblich reduzieren. Laut einer Studie von McKinsey stammen 90 % der Umweltauswirkungen von Unternehmen aus der Lieferkette und nicht aus ihrem direkten Betrieb.

Umsetzbare Schritte:

  • Lieferant:innen-Audits: Bewerten Sie die Umweltpraktiken der Lieferant:innen.
  • Nachhaltige Beschaffung: Bevorzugen Sie Materialien, die aus nachhaltigen Quellen stammen oder einen geringeren CO₂-Fußabdruck haben.
  • Lokale Beschaffung: Entscheiden Sie sich für lokale Lieferant:innen, um die Transportemissionen zu reduzieren.

6. In die Ausbildung und Schulung der Mitarbeiter:innen investieren

Die Mitarbeiter:innen spielen eine entscheidende Rolle auf dem Weg eines Unternehmens zur Nachhaltigkeit. Mit einer Belegschaft, die nachhaltige Praktiken versteht und schätzt, können KMU einen konsequenten Ansatz zur Dekarbonisierung sicherstellen. 

Umsetzbare Schritte:

  • Workshops und Seminare: Bieten Sie regelmäßige Schulungen an, um die Mitarbeiter:innen über die Bedeutung der Nachhaltigkeit aufzuklären.
  • Anreizprogramme: Bieten Sie Anreize oder Belohnungen für nachhaltige Ideen oder Initiativen an.
  • Nachhaltigkeitsteams: Bilden Sie Ausschüsse oder Teams, die sich mit Nachhaltigkeitsprojekten innerhalb des Unternehmens befassen.

7. Prinzipien der Kreislaufwirtschaft umsetzen

Durch den Umstieg vom traditionellen Modell „Nehmen, Herstellen, Entsorgen“ hin zu einem Kreislaufmodell, bei dem Ressourcen wiederverwendet und recycelt werden, können Abfall und die damit verbundenen Emissionen erheblich reduziert werden. Laut einer Studie der Ellen MacArthur Foundation können europäische Unternehmen bis 2030 einen Nettonutzen von 1,8 Billionen Euro erzielen, wenn sie die Prinzipien der Kreislaufwirtschaft anwende

Umsetzbare Schritte:

  • Langlebigkeitsorientiertes Design: Schaffen Sie Produkte, die länger halten und sich leicht reparieren oder aufrüsten lassen.
  • Wiederverwendung und Wiederaufarbeitung: Fördern Sie die Rückgabe alter Produkte, die dann aufgearbeitet und weiterverkauft werden können.
  • Recycling-Initiativen: Richten Sie Systeme zur Wiederverwertung von Abfallprodukten oder Nebenerzeugnissen ein.

8. Umstellung auf erneuerbare Energien

Die Umstellung auf erneuerbare Energiequellen ist eine der wirksamsten Methoden zur Dekarbonisierung eines Unternehmens. Angesichts der sinkenden Kosten für erneuerbare Technologien und verschiedener Anreize können die KMU ihre Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen schrittweise verringern.

Umsetzbare Schritte:

  • Installationen von erneuerbaren Energien vor Ort: Prüfen Sie die Installation von Solarmodulen, Windturbinen oder sogar Biomasseanlagen, wenn dies für Ihren Standort möglich ist.
  • Bezug von Ökostrom: Entscheiden Sie sich für Stromlieferverträge, die Strom aus erneuerbaren Energiequellen beziehen.
  • Beteiligung an kommunalen Energie-Projekten: Beteiligen Sie sich an kommunalen Solar- oder Windkraftprojekten, bei denen mehrere Interessengruppen von den Vorteilen erneuerbarer Energien profitieren können.
  • Energiespeicherlösungen:Investieren Sie in Batteriespeichersysteme, um überschüssige erneuerbare Energie zu speichern und so die Abhängigkeit vom Stromnetz weiter zu verringern.

Die Internationale Agentur für Erneuerbare Energien (IRENA) lagen die Stromkosten für mehr als 50 % der im Jahr 2019 hinzugekommenen erneuerbaren Energien unter denen neuer Kohlekraftwerke. Die globalen gewichteten Durchschnittskosten für Strom aus der Konzentration von Solarenergie sanken im Vergleich zum Vorjahr um 13 %, die der Onshore-Windenergie um 13 % und die der Offshore-Windenergie um 33 %.

Mit diesem Ansatz können KMU direkt zum Umstieg auf erneuerbare Energien beitragen, ihre CO₂-Emissionen reduzieren und potenziell langfristig von Energiekosteneinsparungen profitieren.

9. Innovationskultur fördern

Für die Dekarbonisierung ist innovatives Denken notwendig. Die Schaffung eines Umfelds, das innovative Ideen fördert, kann zu maßgeschneiderten Lösungen führen, die auf die Bedürfnisse der KMU abgestimmt sind. Einer Studie zufolge erzielen Unternehmen, die das Thema Nachhaltigkeit in die Innovation ihres Kerngeschäfts einbeziehen, eine um um 20% höheren Return on Investment (ROI) als Unternehmen, die dies nicht tun.

Umsetzbare Schritte:

  • Ideenkampagnen: Führen Sie Brainstorming-Sitzungen durch, um „grüne“ und nachhaltige Lösungen zu finden.
  • Gemeinschaftsprojekte: Arbeiten Sie mit Universitäten oder Think Tanks zusammen, um nachhaltige Praktiken zu erforschen, die für Ihre Branche relevant sind.
  • Investition in Green-Tech-Startups: Fördern oder investieren Sie in Start-ups, die sich mit Ihren Nachhaltigkeitszielen decken.

10. Strategien regelmäßig neu bewerten und anpassen

Angesichts der rasanten Entwicklung im Bereich der Nachhaltigkeit müssen KMU ihre Dekarbonisierungsstrategien ständig neu bewerten und verfeinern. Im Zuge des technologischen Fortschritts und der Veränderungen in der Umweltpolitik kann es sein, dass das, was vor einem Jahr effektiv war, heute nicht mehr die gleichen Ergebnisse liefert. Eine regelmäßige Neubewertung stellt daher sicher, dass das Unternehmen nicht nur die Vorschriften einhält, sondern auch seine Ressourcen optimiert, um die größtmögliche Wirkung zu erzielen.

Umsetzbare Schritte:

  • Einsatz einer Software für CO₂-Bilanzierung: Durch den Einsatz von Spezialsoftware können KMU ihre CO₂-Emissionen einfacher erfassen, analysieren und berichten. Damit lassen sich Verbesserungsmöglichkeiten erkennen und eine genaue Datenerfassung für strategische Entscheidungen sicherstellen. Plan A ist beispielsweise Europas führender Anbieter von Software für CO₂-Bilanzierung und bietet Ihnen Lösungen für die problemlose Berechnung der Scope 1, 2 und 3-Emissionen Ihres KMU.
  • Vierteljährliche Überprüfungen: Führen Sie jedes Quartal detaillierte Bewertungen durch, um die Wirksamkeit von Nachhaltigkeitsmaßnahmen zu ermitteln. Dies kann den Vergleich von Emissionsdaten, die Bewertung der Kapitalrendite von Umweltinitiativen und das Tracking von Fortschritten gegenüber gesetzten Zielen beinhalten.
  • Feedback-Schleifen: Richten Sie ein Forum ein, in dem Mitarbeiter:innen und andere Stakeholder Einblicke und Feedback zu den umgesetzten „grünen“ Praktiken geben können. Sie haben oft aus erster Hand Erfahrungen mit den Strategien und können wertvolle Hinweise darauf geben, was funktioniert und was nicht.
  • Bleiben Sie immer auf dem Laufenden: Setzen Sie Ressourcen für kontinuierliches Lernen ein. Dazu kann die Teilnahme an Nachhaltigkeitskonferenzen, das Abonnieren von Fachzeitschriften oder sogar die Zusammenarbeit mit Nachhaltigkeitsberatern gehören, um Einblicke in neue Best Practices und Technologien zu gewinnen.

Nach Angaben der Harvard Business Review erzielen Unternehmen, die den Klimawandel aktiv managen und strategisch planen, eine um bis zu 18 % höhere Kapitalrendite als Unternehmen, die dies nicht tun. CO₂-Bilanzierung trägt außerdem dazu bei, Ineffizienzen und verschwenderische Praktiken zu erkennen, die zu einem höheren Energieverbrauch und höheren Emissionen beitragen, was wiederum zu Kosteneinsparungen führt.

Durch einen agilen Ansatz bei der Dekarbonisierung können KMU der Zeit voraus sein, neue Chancen nutzen und sicherstellen, dass ihre Nachhaltigkeitsmaßnahmen den aktuellen Best Practices entsprechen.

Der Schritt in eine dekarbonisierte Zukunft ist nicht nur für große Unternehmen eine Notwendigkeit, sondern auch eine dringende Aufgabe für kleine und mittlere Unternehmen. Dieser Beitrag zeigt, dass es zahlreiche leicht umsetzbare Maßnahmen gibt, mit denen KMU sofort und nachhaltig Wirkung erzielen können. Durch die strategische Umsetzung dieser Schritte können KMU nicht nur einen wichtigen Beitrag zur globalen Nachhaltigkeitsagenda leisten, sondern auch zahlreiche wirtschaftliche Vorteile ausschöpfen, von Kosteneinsparungen bis hin zu einer besseren Marktpositionierung.

Für die Umsetzung einer effektiven Dekarbonisierung sind jedoch sowohl Engagement als auch die richtigen Instrumente erforderlich. Wenn Sie Ihren CO₂-Fußabdruck zuverlässig messen, überwachen und verbessern möchten, bieten Ihnen hochentwickelte digitale Lösungen einzigartige Vorteile.

Sind Sie ein KMU, das etwas bewirken möchte? Dann sollten Sie noch heute damit beginnen, Ihren CO₂-Fußabdruck besser zu verstehen. Buchen Sie noch eine Demo bei Plan A und erfahren Sie, wie Sie mit unserer Plattform durch die Feinheiten der CO₂-Bilanzierung geführt werden und selbstbewusst Nachhaltigkeitsinitiativen vorantreiben können.

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